<< zurück

Body Media - Fachmagazin für Fitness und Wellness

Waidmannsheil!
Mit Indoorbiathlon trifft man ins Schwarze

Wer beim Indoorcycling kaum noch Berge findet, die er mit seiner Gruppe erklimmen kann, für den hat die Team Run Sportgemeinschaft jetzt eine Alternative: Indoorbiathlon (IB). Worum es dabei geht, hat Bodymedia im Kangaroo Fitnessclub in Nürnberg recherchiert.

Rico Groß, Uschi Disl, Kati Wilhelm – diese Namen kennt fast jeder Sportinteressierte in Deutschland. Wenn es Winter wird, bringt uns das Fernsehen Biathlon ins Wohnzimmer, fiebern wir mit, wenn es auf dem Schießstand binnen weniger Sekunden spektakulär um Sieg oder Niederlage geht. Biathlon ist kein Breitensport, im Gegenteil, doch durch die spannenden und gut ins Bild zu setzenden Schießeinlagen ist diese olympische Sportart sehr populär. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Deutschland in dieser Disziplin zu den führenden Nationen gehört und bei internationalen Wettkämpfen so manches Mal die Deutsche Nationalhymne unser patriotisches Herz höher schlagen lässt.

Dass Schießen in Deutschland im allgemeinen fast so beliebt ist wie in den USA, wo fast jeder zweite Bürger eine Waffe besitzt, belegen die vielen Schützenvereine im Land. Thorsten Heinrich und Jürgen Großberger, die als Team Run Sportgemeinschaft so etwas wie eine Ideenschmiede in Nürnberg aufgemacht haben, machen sich diese Tatsache für ihr Konzept IB zu nutze.

Worum geht es beim IB? Das Prinzip ist dabei ganz einfach, denn es werden verschiedene Indoor-Ausdauersportarten mit Schießen kombiniert. Was zunächst als neues Konzept für Indoor-Cycling vorgesehen war, lässt sich beliebig auf andere Trainingsformen übertragen: Darunter fallen alle Indoor-Varianten des Herz-Kreislauf-Trainings wie Fahrradergometer, Crosstrainer, Rudern oder Laufband. Mit einem bisschen Fantasie lassen hier schnell eigene Konzepte und Ideen realisieren. Ganz zu schweigen von den vielen Einsatzmöglichkeiten bei Clubevents, T.o.T´s oder Präsentationen bei Veranstaltungen wie Stadtfesten u.ä. Aber auch outdoor sind dem Konzept keine Grenzen gesetzt (Skating, Walking, usw.)

Equipment

Ein großer Vorteil neben der Flexibilität beim Einsatz ist die Marken-Unabhängigkeit, denn das IB-System bildet eine eigenständige Einheit und muss nicht mit einer vorgegebenen Software noch mit bestimmten Cardiogeräten vernetzt werden. Eine Einheit besteht aus einem Laser-Gewehr (ca. 2,5 Kilogramm), einem Gewehr-Ständer sowie einer Zielvorrichtung. Der Kostenpunkt liegt ca. bei 700 bis 900,– Euro. In der Regel (und damit es Sinn macht für die Kursstunde) sollte der Club fünf bis zehn Einheiten erwerben. Die Gewehre und die Zielvorrichtung werden von Unternehmen produziert, die im professionellen Biathlon zu den führenden Anbietern gehören. Dass bedeutet, dass die Lasertechnik absolut sicher ist (Laserklasse 1). In einem Abstand von sechs bis zehn Metern (je nach Anlagengröße und Können der Teilnehmer) werden die Ständer für die Schießscheiben aufgestellt. Die Schießscheiben (Zielvorrichtung) werden in der passenden Höhe an mobilen Ständern oder an vormontierten Wandhalterungen befestigt. Besonderheit: Die Biathlonzielscheibe lässt sich um 360° drehen.

Trainingsziele

Neben dem Spaßfaktor ist es vor allem die Kombination aus Ausdauer, Taktik und Konzentration, mit denen die klassischen Indoor-Cycling-Stunden einen völlig neuen Aufbau erhalten können. Trainingsinhalte wie Atemtechnik und Pulskontrolle nehmen beim IB einen wichtigen Platz ein. Auswertungen über Schießfehler, Fahrradcomputer-Daten und Pulswerte dienen nicht nur der Trainingskontrolle, sie sind auch dazu geeignet, die Motivation der Teilnehmer zu steigern. Daten wie Puls und Fahrgeschwindigkeit können in speziellen Wettkampfstunden für alle sichtbar an eine Wand projiziert werden, und dann kommt auch noch die Taktik ins Spiel.

Fazit

Indoorbiathlon ist ein Konzept, dass die Faktoren Spaß und Training auf innovative Weise miteinander verbindet. Wer das leichte Lasergewehr einmal in den Händen gehalten und seine Treffgenauigkeit überprüft hat, wird schnell Lust auf abwechselungsreiche Trainingseinheiten bekommen. Innovativen Instruktoren werden schon nach wenigen Augenblicken des Ausprobierens die ungeahnten Möglichkeiten für Kurse, Events und Marketing klar werden. Die geringen Kosten beim Erwerb und der Wartung (findet quasi nicht statt) machen IB zu einem interessanten Konzept um neue Kunden zu gewinnen oder alte Kunden zu binden. Laut Aussagen von Thorsten Heinrich und Jürgen Großberger sind es vor allem die Frauen (80%), die IB als neue Kursform für sich entdeckt haben.

Autor: Torsten Rau

BodyMedia
Fachmagazin für Fitness und Wellness
Ausgabe Juli/August 2007 www.bodymedia.de